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Entstehung und Geschichte des KZ Auschwitz

 Auschwitz war das größte der nationalsozialistischen Konzentrationslager und zugleich auch das größte Vernichtungslager. Darum ist sein Name für die ganze Welt zum Symbol für Terror und Völkermord geworden. Eingerichtet wurde das Lager im Sommer 1940 vor den Toren der oberschlesischen Stadt Oswiecim in einer verlassenen Kaserne der polnischen Armee. Dieser Standort wurde vor allem wegen seiner guten Verkehrsverbindung und den vorhandenen Unterkünften gewählt.

 Ursprünglich wurde Auschwitz zunächst zur Entlastung anderer Gefängnisse als Konzentrations- und „Schutzhaftlager“ für Polen errichtet, und zwar zumeist für politische Häftlinge aus der polnischen Intelligenz, dem Widerstand, dem Klerus und polnischen Armeeangehörigen. Schon bald wurden auch erste polnische Juden eingeliefert und ab 1942 auch nichtpolnische Juden registriert. Anfangs waren die ehemaligen Kasernengebäude zur Aufnahme von etwa 10.000 Häftlinge vorgesehen. Im Zuge des deutschen militärischen Überfalls auf die Sowjetunion sollte dieses sogenannte Stammlager für 30.000 Häftlinge ausgebaut und ein weiteres Lager für 100.000 sowjetische Kriegsgefangene errichtet werden.

Im Herbst 1941 wurde deshalb etwa 3 km vom Stammlager (Auschwitz I) entfernt mit dem Bau eines riesigen zweiten Lagers (Auschwitz II – Birkenau) begonnen, welches man später für eine Belegstärke von 200.000 Gefangenen erweiterte. Der Lagerkomplex in Birkenau umfasste mehrere voneinander abgetrennte Bereiche, darunter ein spezielles Frauenlager und ein „Zigeunerlager“. 1941/42 begannen auch die Massendeportationen und die systematische Ermordung der Juden in den Vernichtungslagern im deutsch besetzten Polen. Birkenau wurde jetzt zu einem Zentrum der Massenvernichtung ausgebaut und bis 1943 entstanden dort vier große Krematoriumsgebäude mit Gaskammern und Verbrennungsanlagen.

 Die Arbeiten zur Errichtung und zum Ausbau der Gebäude und Anlagen des Lagers mußten die Gefangenen selbst verrichten, wozu sie unter mörderischen Arbeitsbedingungen und dem grausamen Terror der SS-Aufseher gezwungen wurden. Ab 1942 wurde im Zuge der Kriegsanstrengungen der Arbeitseinsatz von Häftlingen in der Rüstungsindustrie intensiviert. Zu diesem Zweck wurden nun in unmittelbarer Nähe von Industriebetrieben zahlreiche Außenlager errichtet. So entstanden in den Jahren 1942 bis 1944 über 40 Nebenlager, in denen Häftlinge Zwangsarbeit leisten mußten. Das größte und bekannteste dieser Arbeitslager war das 6 km vom Stammlager entfernte Auschwitz III – Monowitz, wo die Buna-Werke des IG-Farben-Konzerns untergebracht waren.

 Die durch die Registrierungen überlieferten Zahlen lassen auf insgesamt etwa 400.000 zwischen 1940 und 1945 in Auschwitz inhaftierte Menschen schließen. Darunter waren mit 200.000 etwa die Hälfte Juden, über 140.000 Polen, ca. 20.000 Sinti und Roma („Zigeuner“), mehr als 10.000 sowjetische Kriegsgefangene und nochmal etwa 10.000 Häftlinge anderer Nationalitäten. Über die Hälfte der Gefangenen starben unter den im Lager herrschenden Bedingungen an Hunger, Zwangsarbeit, Terror und Folter, Exekutionen, Krankheiten und Epidemien oder an medizinischen Experimenten. Nicht registriert wurden die als „arbeitsunfähig“ Selektierten, die sogleich zur Vernichtung in die Gaskammern geschickt wurden – das betraf häufig den größten Teil eines Transportes. Über die Zahlen der Ermordeten liegen deshalb nur Schätzungen vor, nach denen bis 1945 in Auschwitz mindestens 1,1 bis 1,5 Millonen Menschen umkamen. Annäherend 90 % davon waren Juden. Als die vorrückende Rote Armee im Januar 1945 Auschwitz erreichte und das Lager befreite, waren bis auf 7.000 Menschen alle Häftlinge ermordet oder auf Evakuierungstransporten, den sogenannten Todesmärschen, verschleppt worden.

Haupttor zum „Stammlager“ (Auschwitz I).
Alliierte Luftaufnahme vom Sommer 1944.
Polnische Armeekaserne auf dem Gelände des späteren KZ Auschwitz.
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