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Verfolgungs- und Vernichtungspolitik

Zwar waren rassistische und antisemitische Vorurteile nicht nur in Deutschland weit verbreitet. Auch war Deutschland nicht das einzige faschistische Regime in Europa. Entscheidend aber war, daß nur in Deutschland im Jahre 1933 mit der „Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei“ (NSDAP) eine Partei an die Macht gelangte, welche fortan Rassismus und Antisemitismus zur Staatsdoktrin erhob. Deshalb wurden nicht nur politische Gegner eingesperrt und ermordet, sondern auch systematisch Juden und andere mißliebige Menschengruppen verfolgt, wie z.B. Sinti und Roma („Zigeuner“), soziale Aussenseiter („Asoziale“) oder Homosexuelle.

Als gefährlicher Hauptfeind galten Juden, obwohl diese in Deutschland nicht einmal 1% der Bevölkerung ausmachten. Sie wurden gesellschaftlich diskriminiert und entrechtet, durch Berufsverbote und Enteignungen ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlagen beraubt und gezielt zur Auswanderung getrieben. Alle diese Maßnahmen vollzogen sich in aller Öffentlichkeit und waren der deutschen Bevölkerung nicht nur bekannt, sondern wurden von ihrer Mehrheit offen begrüßt und teilweise sogar vehement gefordert. Die Masse der „gewöhnlichen Deutschen“ verhielt sich gegenüber dem Schicksal ihrer jüdischen Nachbarn erschreckend gleichgültig.

Die staatliche Politik der Diskriminierung und Entrechtung verwandelte sich bald in eine Politik der Vernichtung. Durch aggressive Eroberungskriege entfesselte Deutschland den Zweiten Weltkrieg. Nachdem die Deutschen ab 1939 zahlreiche Länder überfallen und besetzt hatten, beherrschten sie schließlich einen Großteil des europäischen Kontinents.

Überall in den eroberten Ländern führten die Deutschen sofort die diskriminierende Judengesetzgebung ein und begannen, alle Juden zu registrieren. Die überwiegende Mehrheit der jüdischen Bevölkerung Europas lebte zum damaligen Zeitpunkt in den osteuropäischen Ländern, die meisten davon in Polen und in der Sowjetunion. Auch die in diesen Gebieten lebenden slawischsprachigen Menschen wurden von den Deutschen als besonders „minderwertige Rassen“ betrachtet und verachtet. Die deutschen Feldzüge in Osteuropa – vor allem in Polen und der Sowjetunion - wurden als regelrechte Vernichtungskriege geführt. Zu Hunderttausenden wurden Slawen, aber auch „Zigeuner“ und vor allem Juden erschossen.

Im Zuge ihrer rassistischen Weltherrschaftspläne begannen die Deutschen in Teilen Osteuropas sofort mit der gewaltsamen Umsiedlung von Millionen von Menschen, um die neu eroberten Gebiete zu „germanisieren“. In Deutschland lief zuvor die erste groß angelegte staatliche Mordaktion im Reichsgebiet selbst an: im Rahmen der „Euthanasie“ begann die geheime Ermordung von Kranken und Behinderten in deutschen Heil- und Pflegeanstalten. 

In den eroberten Gebieten des Ostens errichteten die Deutschen zudem ein enges Netz von Ghettos und Lagern für Juden sowie Lagern für „Zigeuner“, Polen und Russen. Sie sollten hier Sklavenarbeit für die Deutschen leisten und massenhaft verhungern, um ihre Zahl zu verringern. Auch begannen nun die Deportationen von Juden aus ganz Europa in die östlichen Lager.

Als die Anzahl der internierten Juden immer größer wurde, gingen die Deutschen dazu über, sie in speziellen Vernichtungslagern systematisch durch Gas zu töten. Deutlich über 3 Millionen Menschen wurden in solchen regelrechten "Todesfabriken" (Chelmno, Belzec, Sobibor, Treblinka, Auschwitz-Birkenau und Majdanek) ermordet.

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