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Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand

Immer wieder stellt sich in der pädagogischen Arbeit zum Holocaust eine zentrale Frage: Wie war der Holocaust möglich und wie sprechen wir mit Schüler:innen darüber? Die KIgA bietet ab sofort in Partnerschaft mit dem renommierten United States Holocaust Memorial Museum (USHMM) eine kostenlose Pop-up-Ausstellung zum Verleih an, die sich genau mit diesen Fragen auseinandersetzt.

Worum geht es in der Ausstellung?

Die Ausstellung widmet sich konkret der Frage: Wie war der Holocaust möglich? Sie rückt die Rolle „gewöhnlicher Menschen“ in den Fokus – Nachbar:innen, Kolleg:innen, Mitschüler:innen – und beleuchtet unterschiedliche Formen von Täterschaft, Mitläufertum und unterlassener Hilfeleistung sowie Handlungsweisen von Personen, die sich der Verfolgung nicht anschlossen.

Die Wanderausstellung verzichtet bewusst auf einfache Erklärungen. Sie zeigt die Vielfalt von Motiven, Spannungen und Entscheidungssituationen, macht Leerstellen sichtbar, wirft Fragen auf zu Wahl- und Handlungsmöglichkeiten und eröffnet Räume für Auseinandersetzung, in denen Ambivalenzen und Widersprüche thematisiert werden. Diese Offenheit ist Grundlage für eine kritische Reflexion historischer Prozesse und individueller Verantwortung.

Wie kann ich die Ausstellung ausleihen?

Für die Regionen Berlin, Brandenburg und Baden-Württemberg kann die Ausstellung kostenlos über die KIgA angefragt werden. Sie kann für einzelne Tage, kurze Einsätze oder mehrtägige Projektwochen ausgeliehen werden. Wenden Sie sich dafür gerne an: emanuel.neumann@kiga-berlin.org.

Wie ist die Ausstellung entstanden? 

Einige waren Nachbarn wurde vom renommierten United States Holocaust Memorial Museum (USHMM, Washington D.C.) kuratiert und wird in Deutschland von dem Netzwerk „Unsere Nachbarn, unsere Geschichte: Lokale Ansätze für Holocaust-Bildung“ an Interessierte vermittelt. Die dazugehörigen Bildungsmodule wurden gemeinsam mit dem USHMM und weiteren Bildungspartnern entwickelt. Ergänzende Bildungsangebote der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA) erweitern das Angebot.

An wen richtet sich das Angebot?

Die Ausstellung richtet sich an Lehrkräfte und Multiplikator:innen. Sie kann in schulischen sowie außerschulischen Bildungssettings eingesetzt werden.

Begleitendes Bildungsangebot

Das begleitende Bildungsangebot der KIgA umfasst ein- bzw. mehrtägige Formate und knüpft an die Fragestellungen der Ausstellung an. Es erweitert die Ausstellung durch Workshops zu antisemitischer Bildsprache, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie begleitete lokalhistorische Ansätze, bei denen Teilnehmende eigene Recherchen anstoßen und entwickeln können.

Die Angebote verbinden historisch-politische Bildung mit aktueller Präventionsarbeit, stärken Handlungssicherheit, fördern Erkennen antisemitischer Deutungsmuster, demokratische Kompetenzen und Zivilcourage. Für Schüler:innen bieten wir Peer-to-Peer-Guide-Ausbildungen an, in denen sie selbst Führungen übernehmen und zu Expert:innen der Ausstellung werden.

 

 

„Zu welcher Gruppe von ‘Nachbarn’ hätte ich damals gehört?“ – Besucher, Münster

Gefördert wird das Netzwerk von

In enger Kooperation mit

Umgesetzt von der KIgA und dem Hub-Netzwerk „Unsere Nachbarn, unsere Geschichte“