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Sind antisemitische Ressentiments unter jungen Geflüchteten verbreitet? Und wenn ja, wie kann man diesen Ressentiments mit politischer Bildungsarbeit begegnen? Diesen beiden Fragen ging das KIgA-Projekt „Vorurteile abbauen, Vielfalt schätzen“ nach. Die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus knüpfte damit an eine öffentliche Diskussion an, die sich im Herbst 2015 im Zuge der verstärkten Zuwanderung Geflüchteter entwickelte. Geflüchtete, die mehrheitlich in undemokratischen Gesellschaften sozialisiert wurden, so die Befürchtung, hätten möglicherweise politische Einstellungen, die langfristig den sozialen Frieden und Zusammenhalt in Deutschland gefährden könnten.

Die vorliegende Broschüre versammelt die Beiträge unserer abschließenden Fachtagung „Chancen und Herausforderungen politischer Bildung mit, für und von Geflüchteten – zwischen gesellschaftlichen Ansprüchen und der Lebenswirklichkeit Geflüchteter“. Ergänzend haben wir Stimmen aus Wissenschaft und Praxis aufgenommen. Es ist eine erste Bestandsaufnahme, von der aus weitergedacht und -gearbeitet werden kann. Sie richtet sich sowohl an Institutionen und Personen, die in der politischen Bildungsarbeit mit Geflüchteten arbeiten, als auch an interessierte LeserInnen, die sich über dieses Thema informieren möchten.

Zum Download der Publikation klicken Sie einfach hier oder auf das angezeigte Bild in der rechten Seitenleiste.



Für das Projekt „Discover Diversity – Between the Present and the Past“ suchen wir junge Erwachsene, die sich gerne politisch und gesellschaftlich engagieren möchten. Als Teamer oder Teamerin lernst Du bei uns die Grundlagen der Politischen Bildung kennen und führst gemeinsam mit uns Workshops mit Schülerinnen und Schülern in „Willkommensklassen“ durch. Die Workshops finden überwiegend in deutscher Sprache statt.

Was erwartet Dich? Die Fortbildung dauert ein Jahr. In diesem Jahr treffen wir uns mehrmals für 2-3 Tage, um zu lernen und zu diskutieren. Am Ende der Fortbildung bekommst Du ein Zertifikat für Deine Teilnahme. Zudem machst Du als Teamer oder Teamerin Projekte an Schulen und bekommst dafür ein Honorar. Du lernst spannende Menschen kennen, viel über Geschichte und über Dich selbst.

Wenn Du neu in Deutschland bist oder selbst Erfahrungen mit Flucht oder Migration gemacht hast und Dich für Politik und Geschichte interessierst, freuen wir uns, Dich kennenzulernen!

Wir laden alle Interessierten ganz herzlich zu unserem Info-Termin in die KIgA ein:

Termin: 10.08.2017

Wo? KIgA e.V., Oranienstr. 34, 10999 Berlin

Nähere Infos zur Bewerbung gibt es unter unter diesem Link.

 



Vortrag 24.4.2017

Der Bericht des zweiten Unabhängige Expertenkreises Antisemitismus setzt – neben einer Zusammenfassung der aktuellen Situation des Antisemitismus in Deutschland – eine Reihe von Schwerpunkten. Neu sind in diesem Bericht vor allem die Perspektive der Betroffenen sowie erste Erkenntnisse zu einem möglichen Antisemitismus bei Geflüchteten. Eingehend betrachtet werden auch die Entwicklungen im Internet und in den Sozialen Medien, die zum zentralen Verbreitungsinstrument von Hassbotschaften und antisemitischer Hetze geworden sind. Besonders in den Blick genommen hat der zweite Expertenkreis das Thema Prävention, wobei neben Projekten, die sich an Jugendliche richten auch die Erwachsenenbildung eine Rolle spielt.

 



Berlin, 24.04.2017

Pressemitteilung

KIgA / Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus begrüßt den Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus zu aktuellen Entwicklungen des Antisemitismus in Deutschland. Die Analyse der aktuellen Ereignisse ist grundlegend für unsere Arbeit gegen Antisemitismus, insbesondere die verstärkte Beschäftigung mit der Präventionsarbeit in dem Bericht. Darüber hinaus sind für uns die Teilstudien zu „Antisemitismus bei Geflüchteten“, „Antisemitismus und Moscheegemeinden“ sowie „Befragung muslimischer Akteure -  Erfahrungen in der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus mit muslimischen Jugendlichen“ von besonderer Bedeutung. Der Bericht des Expertenkreises beleuchtet damit ein Themenfeld, zu dem es bisher kaum empirische Daten gibt. Dies gilt gerade für die o.g. Pilotstudie zu „Geflüchteten“ und deren möglichen antisemitischen Haltungen, die offensichtlich stark von den jeweiligen Herkunftsländern abhängen.

Darüber hinaus fühlt sich die KIgA in ihrer Arbeit gegen Antisemitismus im Zusammendenken von Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus bestätigt. Der Expertenbericht und ebenso die KIgA sehen darin eine große Chance, Antisemitismus sowohl auf der gesellschaftspolitischen Ebene als auch auf der Ebene der Bildungsarbeit erfolgsversprechend zu entgegnen. Gerade für die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus unter Muslimen sei dieser Ansatz besonders wichtig, so der Vorsitzende der KIgA, Dervis Hizarci.

Die KIgA unterstützt zu dem noch die Forderung nach einer/einem Antisemitismusbeauftragten. Unabdingbar erscheint uns allerdings auch die Kontinuität eines unabhängigen Expertenkreises, der Wissenschaft und Praxis zusammenführt und in bestimmten Abständen fundierte Analysen über Problemfelder im Bereich Antisemitismus vorlegt.

Hizarci unterstreicht die Forderung des Expertenkreises, die Arbeit der Träger in der Antisemitismusprävention dauerhaft zu fördern. Die Nachhaltigkeit der Antisemitismusbekämpfung sei immens wichtig, die Träger bräuchten Planungssicherheit.  Die Förderstrukturen sollen entsprechend angepasst und die Arbeit der Schlüsselakteure im Arbeitsbereich institutionalisiert werden. Nur so kann die Arbeit gegen Judenfeindschaft erfolgreich weiterentwickelt und in der Breite implementiert werden.

Pressekontakt:

E-Mail: dervis.hizarci@kiga-berlin.org

Hier der Downloadlink des Berichtes:

https://www.bundestag.de/blob/503858/d53b102fedfe3b2dd7dcc862aad673ab/antisemtismusbericht_bericht-data.pdf

Einen Kurzvortrag zu den Erkenntnissen der Studie von unserem Vorstandsmitglied und Ko-Koordinatorin des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, Juliane Wetzel, finden sie unter diesem Link.